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BiL= Beauty is Life oder auch Beatrix ist Lebensart

LiBK Herbstfortbildung in Hamburg

Nach einem Praxistest, „Was ist schneller- ÖPNV oder Taxi im Hamburger Berufsverkehr?“, begrüßte eine sehr aufgeräumte Beatrix Isabel Lied 17 motivierte Kolleginnen und Kollegen aus NRW. Die zum Teil schon am Vortage angereist waren, um ein wenig Kiezluft zu schnuppern. Was uns auch gelang. Aber nun zum fachlichen Teil.

Beatrix Lied, die seit vierzig Jahren eine Größe im Bereich Farb- und Stilberatung ist, führte uns in ihre 9 er Typologie ein, die in ihrer Farbanalyse von den Skalenwerten warm- warm/kalt – kalt sowie der Tonwertskala hell- mittel- dunkel/ satt ausgeht. Somit ist die starre Einteilung nach den Jahreszeitenfarbtypen für sie zu grobschnittig und ungenau, da Menschen; schaut man bei der Analyse auf die vier Pigmentierungsträger des Kopfes (Haare, Augenbrauen, Augen und Haut) selten einer Farbfamilie zuzuordnen sind. Auch sollte nicht vergessen werden, dass gerade die Haut und das Haar durch Sonnenexposition sowohl Tonwert als auch Richtung verändern können, ganz zu schweigen von den Errungenschaften der (Friseur-) Kosmetik.

Aber die Analyse auch beim Friseur darf bei einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen nicht bei Haut und Haar stehen bleiben, sondern der Kopf mit seinen Formen (Kopfform, Ohren, Nase, Mund, Morphologie des Gesichtes, Profil, Hals) darf nicht außer Acht gelassen werden. Damit wären wir dann auch schon bei den Gestaltungswerkzeugen nicht nur des Friseurs, die durch bewusste Wahl von Farbe und Form einen Stil bilden, welcher dann dem Imageaufbau dient. Und gerade im Bereich der Stilberatung spielt das gewünschte Image, das automatisch auch mit sozialer Anerkennung und Status verbunden ist, eine entscheidende Rolle.

 

Gestaltungswerkzeuge, optische Phänomene können zur Potenzierung, Kontrastierung oder Kompensation eingesetzt werden. Je nachdem, welchen Effekt man erreichen möchten. Gute Beispiele sind da Angela Merkel und Oskar Lafontaine, die durch die Gestaltung der Frisur die Gesichter ins Positive verändern. Ein Image wird von der Umwelt in Bruchteilen von Sekunden wahrgenommen. Beatrix demonstrierte dies anschaulich mit viel Bildmaterial und allen Teilnehmern wird das Bild der Marktbesucherin mit Schütze noch lange im Gedächtnis bleiben. Beatrix plädierte eindringlich dafür, gerade in der Ausbildung die Wahrnehmung zu schulen, denn nur durch eine möglichst umfassende Analyse, könne eine kompetente Beratung erfolgen, die viele Faktoren einbezieht. Nicht nur die Morphologie des Menschen, sondern auch dein soziales Umfeld, seine Prägung, den Anlass, die Mode bzw. den Trend oder aber auch Alter und Geschlecht. 

Nach der theoretischen Einführung am Vormittag, folgte eine praktische Demonstration des Konzeptes an drei Modellen, und auch die Teilnehmer wurden in die Analyse eingebunden. Dabei wurden auch die Grenzen der Analyse mit Hilfe von farbigen Tüchern deutlich, aber als Beratungsinstrument haben sie ihre Daseinsberechtigung. Viel zu schnell verflog die Zeit, was nicht zuletzt dem Esprit von Beatrix zu verdanken ist. Und als die Uhr 17:00 Uhr zeigte, waren alle Teilnehmer nicht nur überrascht, dass es schon vorbei ist, sondern voll  mit neuen Eindrücken und Erkenntnissen, die nun für die Unterrichtsarbeit fruchtbar gemacht werden. Mit einem herzlichen Dank an Beatrix, die diesen Tag phantastisch gestaltet hat, verließen die Teilnehmer die Tagungsräume, um sich der Abendgestaltung widmen zu können.

Ach ja, der Test! Wenn man denn die Fahrkarte hat, kann getrost von einem zeitlichen Gleichstand gesprochen werden.

Text: Anja Griesche

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