"Manchmal müssen wir eine schiefe Linie schneiden, damit der Kunde eine gerade hat.“

Dieser Satz des Dozenten Heinz-Josef Wiemann prägte die Fortbildung „Die Basishaarschnitte in Theorie und Praxis“. Hierzu fanden sich am 15.03.2017 zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in den Räumen des Berufskollegs Humboldtstraße in Köln ein.

Wiemann plädierte dafür, die Haare im natürlichen Fall zu schneiden, denn welche Kundin habe heutzutage noch die Zeit ihre Haare morgens zu waschen und in Form zu föhnen? Die Frisur müsse sitzen, auch wenn die Kundin sie lufttrocknen lasse.

Geprägt von dieser Sichtweise leitete Wiemann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Tag und erklärte nacheinander die Basishaarschnitte. Diese wurden praktisch am Trainingskopf vorgeführt und mithilfe einer PowerPoint Präsentation erklärt.

Wiemann startete mit der „kompakten Form“. Er erklärte sein Vorgehen kleinschrittig und folgte dem Credo „Make a simple haircut - runterkämmen, abschneiden und wiederholen“. Der Haarschnitt solle einer logischen Methode folgen und die Haarwuchsrichtung der Kundin berücksichtigen. Zudem sei die Kämmrichtung der Kundin zu beachten, weshalb Wiemann sie vor Beginn des Haarschnittes bitte, sich ihre Haare selber zu kämmen. Auch zur Endkontrolle solle sie sich selber kämmen, denn nur wenn sich die Haare im natürlichen Fall auf einer Ebene träfen, sei sie auch zu Hause mit ihrem Haarschnitt zufrieden.

Anschließend folgte die „erweiternd verlaufende Stufung“.

Wiemann zeigte nicht nur den Basishaarschnitt, sondern ließ auch modische Schnittformen einfließen. Während seiner Demonstration und Erklärung entstand eine Diskussion über die Unterschiede der Schnittgrafiken und der Schnittbeschreibungen in den Prüfungsmappen.

Bei der „Graduierung“ legte Wiemann neben der Demonstration einen Fokus auf die Kundenwünsche. Selbstverständlich sollten die Wünsche der Kundin gehört werden, jedoch sollten sie laut Wiemann nicht immer berücksichtigt werden. Er sagte: „Eine Kundin hat keine Ahnung“. Für ihn böte sich genau hier die Möglichkeit Fachwissen einzubringen und der Kundin gezielte Vorschläge zu machen. Danach demonstrierte er die „uniforme Stufung“, welche die schwierigste Form der vier Basishaarschnitte sei. Sie beinhalte zudem die meisten Reklamationen.

Abschließend sprach er sich noch einmal für eine fachlich gute Ausbildung aus und bedankte sich für die Geduld und die Mitarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wir bedanken uns auch recht herzlich bei den gastfreundlichen Kolleginnen und Kollegen des BK Humboldstraße in Köln. 

Text: Victoria Böwer

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